Chronik

Die Wurzeln des Brandschutzes

Die Geschichte des organisierten Feuerlöschwesens in unserer Heimat reicht weiter zurück als das Gründungsjahr unserer eigenen Wehr. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts breitete sich die Idee der Freiwilligen Feuerwehren in ganz Bayern aus. So wurde am 8. August 1868 eine gemeinsame Feuerwehr für Illkofen und Auburg ins Leben gerufen. Gemeinsam mit den Kameraden aus Friesheim schaffte man eine „Feuerlöschmaschine“ an – ein stolzes Investment von 315 Gulden, von denen Auburg einen Anteil von rund 100 Gulden zu schultern hatte.
gruendung illkofen-auburg 1868

1903: Der Aufbruch in die Eigenständigkeit

Das Jahr 1903 markiert die Geburtsstunde der eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr Auburg. Auch wenn die genauen Gründe für die Trennung von Illkofen heute nicht mehr schriftlich überliefert sind, so lagen sie doch auf der Hand: In einer Zeit, in der der Brandplatz noch mit dem Pferdegespann angesteuert werden musste, zählte jede Minute. Eine eigene Wehr vor Ort bedeutete Sicherheit. Mit dem berechtigten Stolz der Gemeindebürger wurde eine eigene Löschmaschine für 1.200 Mark erworben. Die feierliche Inbetriebnahme wurde zu einem Fest für das ganze Dorf.
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Opferbereitschaft und gesellschaftliches Leben

Der Aufbau der Wehr erforderte große finanzielle und körperliche Opfer. Da die Gemeinde durch den Kauf der Spritze hoch verschuldet war, mussten die Mitglieder das erste Gerätehaus in Eigenleistung errichten. Doch die Feuerwehr war von Beginn an weit mehr als eine technische Hilfsorganisation. Als erster Verein am Ort prägte sie das gesellschaftliche Leben entscheidend. Man erkannte früh, dass Hilfe in der Not nur dann optimal funktioniert, wenn die Kameradschaft auch im Alltag gepflegt wird. Ob bei der feierlichen Begleitung von Primizen oder bei geselligen Veranstaltungen – die Feuerwehr war und ist der Puls des Dorfes. Selbst in den schweren Jahren der Inflation 1923, als ein einfacher Steigbaum plötzlich 400.000 Mark kostete, hielt die Gemeinschaft zusammen.
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Die Schatten der Weltkriege

Die beiden Weltkriege rissen tiefe Lücken in die Reihen der Auburger Wehr. Elf Kameraden kehrten aus den Kriegen nicht mehr in ihre Heimat zurück. Besonders das Jahr 1945 blieb als bittere Zeit in Erinnerung: Während eines Widerstandsgefechts gegen die herannahenden Amerikaner brannten fünf Scheunen nieder. Die durch die Einberufungen stark dezimierte Wehr war überfordert und konnte nur noch versuchen, das Schlimmste zu verhindern.
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Wiederaufbau und der Kampf gegen die Fluten

Nach 1945 normalisierte sich das Leben langsam wieder. Die Feuerwehr übernahm erneut ihre Rolle als Kulturträger und stellte 1948 den ersten Maibaum der Nachkriegszeit auf. Technisch brach 1953 ein neues Zeitalter an: Zum 50-jährigen Jubiläum wurde die erste Motorspritze (TS 6) angeschafft. Finanziert wurde diese Modernisierung durch die großzügigen Spenden der Bürger von Auburg und Altach. Nur ein Jahr später, 1954, musste die Wehr ihre schwerste Prüfung bestehen: Das Jahrhunderthochwasser forderte den Männern alles ab. In lebensgefährlichen Einsätzen sicherten sie Tag und Nacht die instabilen Kiesdämme der Donau vor dem Durchbruch.
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Modernisierung und Pioniergeist

In den folgenden Jahrzehnten passte sich die Wehr stetig dem technischen Fortschritt an. 1959 wurde ein neues Gerätehaus errichtet, 1966 die Löschwasserversorgung durch neue Brunnen und den Löschweiher in Altach verbessert. Ein besonderes Highlight der Chronik ist das Jahr 1969: Auburg bewies Pioniergeist und stellte die erste Damenlöschgruppe des Landkreises auf – ein Zeichen für die Modernität und den Zusammenhalt unserer Wehr.
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Schritte in eine neue Zeit

Die Eingemeindung nach Barbing im Jahr 1978 brachte weitere Veränderungen. 1979 übergab Bürgermeister Raith eine moderne TS 8, die pünktlich zum verspäteten 75-jährigen Gründungsfest 1980 zum Einsatz kam. Trotz strömenden Regens während der Festwoche blieb dieses Jubiläum als glanzvolles Ereignis in Erinnerung. Um den steigenden Anforderungen moderner Brandbekämpfung gerecht zu werden, schloss man sich 1991 mit der FF Illkofen zu einer Ausbildungsgemeinschaft zusammen. Auch baulich setzte die Wehr Akzente: Als 1997 die Gastwirtschaft Schütz schloss und der Ort seine soziale Mitte verlor, nahmen die Feuerwehrmitglieder das Heft selbst in die Hand. In über 5.000 unentgeltlichen Arbeitsstunden schufen sie einen neuen Schulungsraum als Anbau an das Gerätehaus – ein beeindruckendes Denkmal für das Ehrenamt.
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Tradition und Fortschritt

Mit dem Jahr 2003 erreichte die Freiwillige Feuerwehr Auburg einen historischen Höhepunkt: das 100‑jährige Gründungsjubiläum. Dieses besondere Ereignis wurde mit einem großen Fest gefeiert, dessen Mittelpunkt die Weihe der Fahne bildete. Zahlreiche Vereine, Bürger und benachbarte Feuerwehren verliehen dem Jubiläum einen würdigen Rahmen. Auch in den folgenden Jahren blieb die Wehr auf Zukunftskurs. 2010 erhielt Auburg ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug TSF 44/1, das die Einsatzbereitschaft entscheidend verbesserte. Moderne Technik, erweiterte Beladung und höhere Sicherheit machten das Fahrzeug zu einem wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der Feuerwehr.
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Stärkung der Einsatzkraft

Im Jahr 2025 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Auburg eine moderne Rosenbauer Tragkraftspritze, die einen bedeutenden Schritt zur weiteren Verbesserung der Einsatzbereitschaft darstellte. Die neue Pumpe überzeugte durch hohe Leistungsfähigkeit, geringes Gewicht und zuverlässige Technik – ein deutlicher Fortschritt gegenüber der bisherigen Ausstattung. Mit ihrer Übergabe wurde nicht nur die technische Ausstattung der Wehr auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch das Engagement der Gemeinde für eine schlagkräftige und zukunftsfähige Feuerwehr sichtbar.
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